Kapitel 1 – Tim

Wo ist hier?

27. Dezember 2011

Beim Stöbern im Rucksack erwischte ich noch mein Handy, doch der Empfang war hier gleich null in etwa so wie meine Stimmung. Also, so dermaßen wie heute hatte ich mich noch nie verlaufen. Was mich dabei absolut ärgerte, war die Tatsache, dass ich den Trip vielleicht ein wenig zu leicht genommen hatte und auf diese Übernachtung überhaupt nicht vorbereitet war. Im Schein des Feuers sah ich, dass es gerade einmal halb sechs war und ich noch mindestens 13 Stunden warten mußte, bis es wieder hell werden würde. Ich rückte etwas näher ans Feuer und lauschte in die Nacht hinein. Fast überall um mich herum hörte ich irgendwelche Geräusche. Mal knackte ein Ast, mal quietschte etwas und manche Töne kamen mir absolut unwirklich vor. Eigentlich hatte ich mich nie als einen ängstlichen Menschen gesehen, doch diese laute Stille machte mich total nervös. Welche wilden Tiere gab es eigentlich hier? Füchse, Dachse, Wildschweine oder gar Wölfe? Würde mein Feuer Tiere anziehen oder eher verscheuchen? Trotz des wärmenden Feuers fröstelte es mich gerade außerordentlich in meinem dünnen Hemd und der mittlerweile total verdreckten Baumwollhose.

»Hör auf damit« schrie ich in mich hinein um die angstvollen Gedanken zu verjagen.

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Offene Fragen

27. Dezember 2011

Obwohl es nach meiner Uhr eigentlich erst 14:00 Uhr sein sollte, war der Himmel schon außerordentlich dunkel, ohne dass es den Anschein hatte, dass ein Unwetter aufzog. Da ich bis hierhin im Spaziertempo gut 4-5 Stunden gelaufen war, brauchte ich zurück in schnellem »Galopp« wohl nur 3 Stunden. Doch ob 3 Stunden genügen würden bei der jetzt schon einsetzenden Dunkelheit war mir nicht ganz klar und die Nacht wollte ich nicht unbedingt im Wald verbringen. Noch einmal genoß ich den Blick auf all diese schönen Farben vor mir und trabte in Richtung Hotel los.

Der Weg zurück erschien mir länger als der Hinweg, obwohl es jetzt leicht bergab ging. Schon etwas aus der Puste drehte ich mich zur Orientierung noch einmal um und sah, dass die Richtung stimmte. Eigentlich hätte ich schon den Feldweg zwischen den beiden Weideflächen sehen müssen, doch vor mir war immer noch Wald. Missmutig erhöhte ich die Geschwindigkeit noch einmal und das wäre mir beinahe zum Verhängnis geworden, denn wieder einmal hatte ich eine vorstehende Wurzel übersehen. Ich kam ins stolpern, fing mich gerade noch ab und blieb stehen um mich vom Schrecken der mir ordentlich in die Glieder gefahren war zu erholen. Der Vernunft nun wieder etwas näher überlegte ich, dass ein folgenreicher Sturz in dieser gottverlassenen Gegend wohl nicht so gut wäre und deshalb setzte ich meinen Heimweg in normaler Geschwindigkeit fort.

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Einleitung

26. Dezember 2011

Als ich den Stein aufhob machte es »plop«, fast wie eine kleine Verpuffung. Erschreckt zuckte ich zurück und hätte am liebsten das Ding gleich wieder auf den Boden zurückgepfeffert, denn mit solch einer Reaktion rechnet man doch nicht!

Das »Ding« in meiner Hand sah aus wie ein kleines Brikett für den Holzkohlen Grill, auch wenn ich mir nicht vorstellen konnte, das jemand an diesem Ort grillen würde. Das eigenartige Teil hatte in etwa die gleiche Form und das Gewicht stimmte auch. Doch seine Oberfläche sah ganz anders aus und fühlte sich porös, aber samtig weich, fast lederartig an. Auf beiden Seiten dieses eigenartigen Fundstücks waren Kerben bzw. Mulden vorhanden, die eher nicht zu einem normalen Stein passten, da sie geometrisch gleich geformt waren. Ein schönes Stück, auch wenn ich nicht sagen konnte was es überhaupt darstellte. Statt eines Steins konnte es natürlich auch die Hinterlassenschaft eines Tieres sein das Eingetrocknet hier herum lag. Ich schnüffelte daran, doch es gab keinen derartigen Geruch ab.

Als alter Stein- und Mineraliensammler richte ich meine Blicke bei Spaziergängen und Wanderungen natürlich immer auf den Boden rings um mich herum. Wohl nur deshalb hatte ich auch die Knochen zwischen den Blättern gefunden, die vermutlich von einem Tier stammten. Aufgrund des starken Verfalls war die Bestimmung des Ursprungs dieser Knochen viel zu schwierig und ich mochte einfach nicht daran denken, dass das vielleicht einmal ein Mensch gewesen war. Und genau zwischen diesen Knochenüberresten fand ich dann auch dieses, dieses, was auch immer es war.

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